Fam.wurzer

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Inhaltsverzeichnis

Die Familie Wurzer

von Franka Wurzer, 2006-Jetzt

Das Projekt

Der Tod meines Großvaters vor einigen Jahren bildete die den Anlass mich intensiv mit meiner Familie, ihrer Geschichte und meiner Heimat auseinanderzusetzen. Beim Durchsehen des Nachlasses fand ich viele Briefe, Dokumente und Bilder, die teilweise eine Geschichte meiner Familie erzählten, die mir mein Großvater nie offenbart hatte. Vor allem kamen viele Dinge über meine Großmutter ans Licht, welche ich in Installationen und Druckgrafiken verarbeitete. Zu dem Fundus aus dem meine Arbeiten entstehen zählen auch einige Super8 Aufnahmen mit denen mein Vater die Kindheit meinerseits und meines Bruders dokumentierte. Alles in allem Found-Footage innerhalb der Familie, so könnte man es nennen.

Gesamtwerk

Ich habe eigentlich kein Ziel, dass ich mit meinen Arbeiten verfolge, kein eindeutiges Konzept. Die Arbeiten entstehen im Prozess und bilden ein Gesamtwerk, das meine Familie portraitiert. Ein Aspekt meiner Werke sind die Unterschiedlichen Charaktere meiner Familie, die durch generationsbedingte, ortsgebundene und kulturelle Unterschiede geprägt sind. Sei es meine Mutter, die aus Norddeutschland stammt, oder mein Vater, der in einem kleinen Ort aufgewachsen ist, meine Großmutter welche lange Zeit in Brünn gelebt hat... Meine Wurzeln reichen weit und genauso weit gefächert sind auch die Blätter meines Stammbaums.

Hier eine Auswahl meiner Arbeiten:

Fotografie und Installation

Die allererste Arbeit war eine Installation über eine mehrsprachigen Zonenpass der Besatzungszeit meiner Großmutter, ich durfte sie nie wirklich kennen lernen, da sie starb als ich erst drei Jahre alt war. Eine extreme Vergrößerung ihrer "Identität" mit Hilfe eines Kopieres, sollte es mir ermöglichen ein Begegnung meiner Großmutter und mir zu inszenieren und somit das Versäumte nachzuholen. Eine Fotoarbeit dokumentiert diesen Prozess.

Bild:Oma1be.jpg


Radierung

Bild:Astridbe.jpg Bild:tischbe.jpg

Hier der Link zur Ausstellung in der Frauenhilfe Salzburg

Ausstellungsbericht

Siebdruck

Bild:Siebdrblau.jpg Bild:Brutusbe.jpg

Textil

Bild:Textil_siebdr.jpg

Video

Bild:Kekre.jpg

Keferle Krefeler, gezeigt bei Tricky Women Film Festival 2008 Festival Homepage

Zu den Filmen

Enstehungsgeschichte

Seit dem Beginn des Projektes ist es mir ein großes Anliegen meinen Familienmitgliedern auf andere Art und Weise zu begegnen, sie durch Bilder die ich selbst schaffe wieder in der Gegenwart zu manifestieren. Durch den Verlust meines geliebten Großvaters und die vielen Bilder die mich stets an ihn erinnern, entschloss ich mich nun seine Funktion, nämlich die der Dokumentation der Familiengeschichte zu übernehmen und entschied mich die gegenwärtige Situation der Familie "Wurzer" anhand einer Videoarbeit aufzuzeigen. Alltagssituationen sind es in welchen die Mitglieder der Familie Wurzer portraitiert werden und in den eigens von mir kreierten Räumen interagieren. Jedem wird ein gewisser Raum zur Verfügung gestellt in dem er präsentiert wird, in seinen speziellen Eigenheiten, symbolhafte Gesten die nur den vertrauten Menschen bekannt sind bezeugen dies. Dieses Familienportrait ist mir ein wichtiges Anliegen als Vermittler in der Kunst aber auch zwischen den Generationen meiner Familie. Nicht nur künstlerischer Anspruch spielt hier eine Rolle, auch als bewegte Erinnerungsbilder sollen die Videoarbeit "Herr Wurzer, Herr Wurzer, Frau Wurzer" sowie der zweite Teil des Familienportraits "Fräulein Wurzer" dienen.

Herr Wurzer, Herr Wurzer, Frau Wurzer ...

... lautet der Titel des ersten Teils einer Videoarbeit, welche im Rahmen meiner Ausbildung "Grafik und Neue Medien" im Mozarteum Salzburg entstanden ist. Der Titel "Herr Wurzer, Herr Wurzer, Frau Wurzer" gibt Aufschluss über die portraitierten Familienmitglieder und ihre Reihenfolge: Simon Wurzer, mein Bruder, Gerhard Wurzer, mein Vater, und Sonja Wurzer, meine Mutter. Gezeigt werden die Familienmitglieder in drei Akten, welche jede Person für sich mit ihren Eigenheiten in einer charakteristischen Alltagssituation darstellen: So mischt die Mutter Tee aus gesammelten Kräutern, der Bruder kocht das Essen und erzählt über die Vergangenheit, wird dabei aber selbst immer älter, der Vater hört Musik und streicht sich dabei wiederholt über den Bart. Der Film unterliegt keiner Narration, er sprich zum Rezipienten in abstrahierten bewegten Bildern und bietet viel zu entdecken wenn man es versteht zwischen den Zeilen zu lesen und nicht einfach nur hinnimmt was man sieht.

Bild:Filmstill1be.jpg Bild:Filmstill4be.jpg

Herr Wurzer, Herr Wurzer, Frau Wurzer

Fräulein Wurzer ...

... unterscheidet sich stark von meinen bisherigen Arbeiten, nicht nur durch die Technik, sondern auch durch den vermittelten Inhalt. Dieser Film spricht eine klare Sprache, welche eine komprimierte Collage des Lebens einer jungen Künstlerin transportiert. Durch eine geringe Abstraktion wird der Rezipient durch Wort und Bild direkt angesprochen. Die andauernden Wiederholungen, welche einem Canon gleichen, schaffen ein kontrolliertes Chaos aus wiederkehrend rezitierten Passagen der alltäglichen Gedankenwelt dieser jungen Frau, unterbrochen von sehr intimen Symbolen ihrer Kindheit. „Fräulein Wurzer“ ist nicht einfach nur eine Hommage an den täglichen Trott und das Älterwerden, sondern eine Thematisierung der wichtigen Kleinigkeiten, die das Leben selbst bilden.

Bild:Frw1be.jpg Bild:Frw2be.jpg Bild:Muto.jpg

Fräulein Wurzer und das Mutoskop Gezeigt beim Tag des Salzburger Films 2008

Die Ausstellung zu den Filmen

Hier zwei Bilder zu meiner Ausstellung in der Galerie "DAS ZIMMER":

Bild:Pano1_ed.jpg

Bild:Pano3_ed.jpg


Hier dazu der Ausstellungsbericht

und das Video zur Ausstellung sowie der virtuelle Rundgang auf YouTube

Persönliche Werkzeuge